Leere Mäppchen im Oktober? So füllen Familien Schulmaterial günstig nach
Die ersten Schulwochen sind vorbei, und in vielen Familien zeigt sich jetzt, was die Einkaufsliste im Sommer nicht vorhersehen konnte. Der Füller ist verloren, die Buntstifte sind zu Stummeln geschrumpft, der Kleber ist eingetrocknet, und das Matheheft ist schon voll. Dazu kommen Wünsche der Lehrkräfte, die erst im Unterricht auftauchen: ein bestimmter Zirkel, Wasserfarben, ein Schnellhefter in einer bestimmten Farbe.
Für Familien mit wenig Geld sind diese Nachkäufe oft belastender als der große Einkauf zum Schulstart, weil sie unregelmäßig kommen und selten eingeplant sind. Einige Wege helfen, die Kosten im Griff zu behalten.
Erst schauen, was wirklich fehlt
Bevor Sie losgehen, lohnt sich eine gemeinsame Bestandsaufnahme mit dem Kind. Schulranzen und Mäppchen einmal komplett ausräumen, alles auf den Tisch legen und sortieren. Oft tauchen dabei Stifte, Radiergummis oder halb volle Hefte wieder auf, die längst als verloren galten. Was fehlt, kommt auf eine Liste, und zwar nur das. So vermeiden Sie Spontankäufe im Laden, wo bunte Verpackungen und Motivhefte gerade bei jüngeren Kindern Wünsche wecken.
Klug einkaufen und teilen
Viele Materialien gibt es in größeren Packungen deutlich günstiger als einzeln. Wer sich mit anderen Familien aus der Klasse abspricht, kann gemeinsam Großpackungen von Heften, Klebestiften oder Bleistiften kaufen und untereinander aufteilen. Manche Elternvertretungen organisieren solche Sammelbestellungen für die ganze Klasse, und es kann sich lohnen, das beim nächsten Elternabend anzuregen.
Diese Möglichkeiten werden oft übersehen:
- Tauschkisten in der Schule oder im Familienzentrum, in die ältere Geschwister gut erhaltenes Material geben
- gebrauchte Taschenrechner, Zirkel und Geodreiecke aus Kleinanzeigen oder vom Flohmarkt
- schlichte Hefte statt Motivheften, die Lineatur ist dieselbe
- stabile Stifte, die sich nachfüllen oder anspitzen lassen, statt billiger Einwegstifte, die schnell kaputtgehen
- Namen auf alle Sachen schreiben, damit Verlorenes den Weg zurückfindet
Im Herbst geht es übrigens nicht nur um Stifte. Hallenturnschuhe sind plötzlich zu klein, die Regenjacke vom letzten Jahr passt nicht mehr, und für den Wandertag braucht es feste Schuhe. Kinderkleiderbasare, die viele Kitas, Schulen und Gemeinden im Herbst veranstalten, sind dafür eine gute Adresse. Auch Kleiderkammern und Sozialkaufhäuser haben oft gut erhaltene Kinderkleidung und Sportschuhe.
Unterstützung, die Ihnen zusteht
Familien, die Bürgergeld, Sozialhilfe, Wohngeld oder Kinderzuschlag beziehen, haben in der Regel Anspruch auf Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket. Dazu gehört ein Zuschuss für den persönlichen Schulbedarf, der in zwei Teilbeträgen zum Schuljahresbeginn und zum zweiten Schulhalbjahr gezahlt wird. Außerdem können Kosten für Ausflüge, Lernförderung oder das gemeinsame Mittagessen übernommen werden. Wer unsicher ist, ob ein Anspruch besteht, fragt beim Jobcenter oder bei der zuständigen Stelle der Stadt oder des Landkreises nach. Auch Beratungsstellen der Wohlfahrtsverbände helfen beim Antrag.
Wichtig ist auch das Gespräch mit der Schule. Wenn eine Lehrkraft teures Spezialmaterial verlangt, dürfen Eltern nachfragen, ob es eine günstigere Alternative gibt oder ob die Schule Material zum Ausleihen hat. Manche Fördervereine haben einen kleinen Topf für genau solche Fälle, der diskret und ohne großen Aufwand hilft. Kein Kind sollte im Unterricht zurückstehen müssen, weil zu Hause gerade das Geld für einen Zirkel fehlt.